Vorgeschichtliche Funde bei Zixdorf
Beim Ackern auf der Feldmark Kardeleben, der Straßenkreuzung Boßdorf-Zixdorf-Garrey-Lobbese, wo einst das Dorf Kardeleben stand, fand Erich Schulze/Zixdorf ein steinzeitliches Gerät. Dieses wurde beim Schulleiter in Niemegk zur Feststellung vorgelegt. Selbiger stellte fest, daß es sich bei dem Fund um eine sehr gut erhaltene Speerspitze aus der Steinzeit handele. Der steinzeitliche Fund ist um so wertvoller, weil er der erste ist, der auf dem Fläming gefunden wurde. Somit ist der Beweis erbracht, daß auch schon zur Steinzeit der Fläming von Menschen bewohnt war.
( Veröffentlicht in „ZFH“ vom 28.05.1938 von Erich Schulze/Zixdorf).


Zur früheren Geschichte war in der „Zauche- und Fläming - Heimat“ Nr. 29 von 1936 folgendes zu lesen:

„Das Dorf Garrey lag einst an der alten Verkehrsstraße Wittenberg - Niemegk über Garrey, die heute durch den Ausbau der Straße Boßdorf - Zixdorf - Niemegk völlig bedeutungslos geworden ist. (Im Jahre 1895 wurde eine Straße zwischen Zixdorf - Boßdorf gebaut, (hierbei soll nach mündlicher Überlieferung, die Friedhofsmauer vom Friedhof Cardeleben abgerissen worden sein. ). Die alte Straße berührte Kerzendorf als letzten Ort im früheren Amt Wittenberg, hinter Garrey führte sie an der Windmühle hart an den Seitenschluchten der Rummeln vorbei in der Richtung auf Niemegk zu. Diese Lage mag die Ursache für die Zerstörung des Ortes durch Feinde gewesen sein.
1555 sind als neu erbaute Dörfer Grey und Marzens erwähnt. Da in der „gründlichen Visitation“, die Luther 1530 angeordnet hat, beide Orte nicht als verwüstet erwähnt werden, ist anzunehmen, daß Sie in der Folge des Schmalkaldener Krieges noch verwüstet wurden, folgert der Autor in der oben genannten Ausgabe.“ 1547 hatten kaiserliche Truppen Wittenberg belagert und erobert.“ In der Belziger Chronik von Eilers heißt es: „Anno 1547 ist die Stadt Belzig und Niemegk samt umliegenden Dörfern von den Hispaniern eingeäschert worden.“ Einer der umliegenden Orte wird also auch Garrey gewesen sein, weiter heißt es: „Nach der ältesten Angabe (1530) hatte das Dorf 14 Hüfner und 1 Kossäthen, war als ein deutsches Bauerndorf. Noch im Jahre 1816 zählte man hier 14 Häuser, so daß in den dreihundert Jahren keine Veränderungen im Bestand der Wirtschaften eingetreten sind. Zu Garrey gehört auch die wüste Feldmark Welsigke, sie war 1530 schon vorhanden. Eine Karte von 1758 zeigt noch einen Brunnen.