Die Jahre um den 1. Weltkrieg

Nach dem Mord an den österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinant, in Serbien - Sarajewo, brach am 1. August 1914 der 1. Weltkrieg aus.
Viele junge Männer mußten in den Krieg ziehen, etliche sahen ihre Heimat nie wieder.
Die Bauer mußten Abgaben zur Kriegsführung leisten. So wurde z. B. im „Zauch Fläming Kreisblatt“ (ZBK)aus dem Jahre 1916 veröffentlicht, daß Garrey 50 Zentner und Zixdorf auch 50 Zentner Hau zur Heeresverpflegung abzuliefern haben. Gerste Ablieferung am 3. 02. 1915 aus Garrey 84,50 Zentner, Zixdorf 60,50 Zentner.
Im Jahre 1916 wurden Brot-, Butter und Fleischmarken ausgegeben. Auf eine Brotmarke wurde nur 1 mal, höchstens 250 g Zucker abgegeben. Für eine Butter- und Fettmarke bekam man anfangs 90 g je Marke später 70 g dann nur noch 60g Butter. Diese Menge wurde wöchentlich vom Landrat festgelegt. „Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterland und macht sich strafbar.“ So war im „ZBK“ von 1916 zu lesen. Ebenfalls wurden die Bauern angehalten alle Milch abzuliefern. Zum Teil wurden die Geräte zur Butterherstellung sogar verplombt. Unter 150 Pfund Lebendgewicht durfte kein Schwein geschlachtet werden. Zuwiderhandlung werden rücksichtslos bestraft, so stand es in der gleichen Presse. Aufkäufer suchten die Tiere aus und ließen nur Zuchttiere zurück. Den Bauern wurden die Zugpferde für den Krieg weggenommen. So war im „ZBK“ von 1918 zu lesen, daß die Pferdemusterung für die Gemeinde Zixdorf in Hohenwerbig stattfindet und für die Gemeinde Garrey in Boßdorf. Die Not wurde immer größer. Außerdem wurde die Bevölkerungen noch angehalten „Kriegsanleihen“, um Geld für die Heeresversorgung zu haben, zu kaufen. Das Geld sollte man nach dem Sieg zurück erhalten.

Am 16.11.1916 wurde im „ZBK“ veröffentlicht, das in der Sparkasse Niemegk ein Goldaufkauf stattfindet - „Gold gab ich für Eisen“.
Das Volk litt mit den zunehmenden Kriegsjahren immer mehr. Aus Mangel an Petroleum und anderen Leuchtölen griff man in den Walddörfern des Fläming wieder zum Kienspanlicht zurück. Ackerquecken und Brennessel wurden sogar gesammelt. Eicheln, Bucheckern, Kastanien wurden abgegeben. 2.500 kg Bucheckern ergaben 500 kg Speiseöl. Der Erlös aus Altpapier kam den Kriegswaisen zugute. Wegen Einsparung von Gummibereifung durften die Landwirte mit ihren Gummiwagen nur vom Wohnort bis zur landwirtschaftlichen Arbeitsstätte und zurück fahren. Die Benutzung für andere Zwecke z.B. zum Einkauf, war verboten. Bei Zuwiderhandlung drohte 1 Jahr Gefängnis oder 10.00 M Geldstrafe. (Dieses fand ich einem Artikel von Gerhard Hinze im „Fläming Echo 21.11.1998.)
In der Landwirtschaft fehlten die Arbeitskräfte, die Männer waren an der Front. Kriegsgefangene kamen ins Dorf. Sie wurden den Gehöften zur Hilfe zugeteilt. Am Tage halfen die Gefangenen in der Landwirtschaft, nachts waren sie im Lager untergebracht. Das Gefangenenlager war im Saal Senst in Garrey.
Trotz aller Verordnungen und Notopfer die das Deutsche Volk für den Sieg leisten mußten, wurde die Krieg verloren. Am 11. 11.1918. war der Krieg zu Ende und für Deutschland verloren. Er hatte viele Opfer gefordert. Im „ZBK“ vom 29.08.1918 ließ die damalige Dorfjugend aus Garrey für ihren gefallenen Jugendfreund, Reinhold Hahn, der in einem Attelerie Regiment diente einen Nachruf veröffentlichen. Ihm sollten aber noch andere junge Männer folgen. Es waren dies:
Gustav Schulze geb. 8.06.1888 gefallen 27.11.1916,
Reinhold Hahn geb. 28.06.1898 gefallen 11.08.1918,
Hermann Brachwitz geb. 14.08.1893 gefallen 1.08.1918,
Richard Dalichow geb. 13.06.1891 gefallen 21.10.1916 / Ritter des Eisernen Kreuzes,

Das Kriegerdenkmal auf dem nördlichen Teil des Dorfangers trägt die Namen der Kriegsopfer nebst einer Widmung: „Die dankbare Gemeinde“. Das Denkmal besteht aus Granit, ein Kreuz bildet den oberen Abschluß. An der Stirnseite befindet sich eine geschliffene Steintafel, sie trägt die Namen der Gefallenen vom Krieg 1914 - 18 der Gemeinde. Die Höhe des Denkmals ist ca. 3 m, die Breite 1,50 m x 0,30 m.
Das Kriegerdenkmal soll uns jederzeit an den Opfertod jener Männer erinnern.

In Zixdorf fielen:
Wilhelm Muschert 12. 09 1914,
Hermann Muschert 13. 09 1914,
Friedrich Winkler 26. 10. 1914.
Ihrer wird mit dem Kriegerdenkmal auf der Vorplatz der Kirche gedacht. Es trägt die Aufschrift : „Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Erinnerung, dem kommenden Geschlecht zur Mahnung.“
Das Kriegerdenkmal besteht aus Granit. An der Stirnseite befand sich ein Stahlhelm.
Die Höhe des Denkmals ist ca. 3 m, Breite 1,20 m x 0,30 m.